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Sónar Reykjavik und andere Facetten isländischer Musik

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Musik lebt in Island, insbesondere in Reykjavik, der Hauptstadt Islands. Aber wer jetzt auf hauptsächlich Björk, Sigur Rós oder Sugarcubes als besondere Musik-Acts aufzählt, der hat noch nicht alles erlebt, was die isländische Musikszene zu bieten hat. In der Hauptstadt selbst braucht man nicht weit zu gehen, um die Musik zu finden.

Seit der Besiedlungszeit ist unter den Isländern die Musik ein Teil ihrer selbst

Die Musik in Island fand schon sehr früh begeisterte Zuhörer: In den Anfängen der Wikinger-Besiedelung sollen bereits große Tanzfeste veranstaltet worden sein, die bis zu 14 Tage angehalten haben. Doch waren diese nicht immer gerne gesehen, im 18. Jahrhundert wurde das Tanzen verboten. Aber das hinderte die Isländer nicht daran, sich diese Tradition zu erhalten.

Eine bekannte Variante aus der Musik sind die isländischen Gedichte und Reime, dass als rímur bezeichnet wird. Dabei wird ein Rezitationsgesang gepflegt, der noch heute für die besonderen Eigenheiten der Isländer spricht – insbesondere zu Familienfesten hört man diese Art von Gesang. Ein wenig lässt sich diese Form wie beim Rap vergleichen, aber nur in seiner Urform.

Die Entwicklung der Musik in Island

Schwenkt man zur etwas „moderneren“ Musik, beginnt hier die Entwicklung um 1965. Die Band Hljómar war sozusagen das Pendant zu den Beatles. Der Klang ihrer Musik ist zumal ähnlich, aber besaß auch seine Eigenheiten. In den 70er und 80er Jahre erlebten zum Beispiel Bubbi Morthens und Vilhjálmur Vilhjálmsson ihre Blütezeit, die Songs von diesen Acts werden in Island aber auch heute noch gerne angehört.

Was besonders begeistert in Island zelebriert wird, ist der Punk. Die Botschaft daraus machte es vielen Musikern leicht, ihren Träumen nachzujagen und ihre Leidenschaften auszuleben – selbst wenn nicht die ausgeprägte Begabung dahinter stand. In der isländischen Kultur zählte beim Ausbruch des Punk nicht, ob man sich vielleicht blamierte, sondern etwas Neues ausprobieren konnte. Viele isländische Musiker und Bands, die heute sehr erfolgreich sind, konnten dadurch ihre wahren Talente aufzeigen und sich beweisen.

Neben Björk ist der Erfolg von Sigur Rós nicht zu verachten, deren Musik nicht nur wunderschön anzuhören ist, sondern auch seine „Filmauftritte“ verzeichnen durfte. So hat es der „Nothing Song“ (Njðósnavélin) von Singur Rós auf den Filmsoundtrack von Vanilla Sky geschafft. Zuletzt hört man von den Isländern im Zuge des Eurovision Song Contest, an dem auch Island teilnehmen durfte. Eyþór Ingi Gunnlaugsson wurde diesjährig mit seinem Song „Ég á lif“ in Malmö ins Rennen geschickt, machte aber nur den 17. Platz – eine wunderschöne Ballade, die meiner Meinung nach einen besseren Rang verdient hat. Vielleicht dann im nächsten Jahr in Dänemark …


Sónar Reykjavik 2013 und 2014 in Island

Techno und auch House sowie Musikstücke mit elektronischen Aspekten sollten in Island ein neues Zuhause finden. In vielen Cafés und Bars werden diese Schauplätze zu Nachtclubs umfunktioniert. Dieses Jahr feierte Sónar Reykjavik sein Debüt. Das internationale „Festival of Advanced Music and new Art“ besteht seit 1994 und wird jedes Jahr für drei Tage im Juni, vorwiegend in Barcelona, abgehalten. Doch seit 2002 zelebrieren auch andere Länder dieses atemberaubende Musikspektakel. Die neuesten und auch prägendsten Talente der Musikszene nehmen immer wieder daran teil.

Sónar ist eine Musik-Plattform für sich und vereint Unterhaltung, künstlerisches Schaffen und fordert zum Experimentieren von neuen Trends auf. Hierbei werden auch neueste Technologien mit den Klängen der Musik vereint. Sowohl etablierte Künstler als auch Neuentdeckungen finden das richtige Publikum auf Sónar. Konzerte, verschiedene Showeinlagen, Präsentationen neuer Technologien, sowie messeähnliche Wissensbeiträge eröffnen für die Besucher und Artisten eine breite Entfaltungs- und Entdeckungsfläche.

Auch für nächstes Jahr ist für Mitte Februar das Sónar Reykjavik im Konzerthaus Harpa geplant. Über drei Tage lang geben sich bis zu 50 Acts die auf 4 Bühnen die Ehre. Die Harpa bietet Platz für etwa 3.500 Gäste, wobei zwei Haupttribünen im unterirdischen Parkhaus zur Partyhöhle umgewandelt werden. Das macht das Musikfestival zu einem Musikevent mit einer Mischung aus Konzerthalle mit Open-Air Feeling. Mitunter ist aber die Spezialität dieser Musikform etwas gewöhnungsbedürftig.

Eine ganz andere Entdeckungsreise zur Musik in Island

Im Internet hingegen bietet das Projekt „Sonic Iceland“ eine entspannte Abwechslung, das von Marcel Krüger und Kai Müller ins Leben gerufen wurde. In Form eines Webbuchs erhält man wunderschöne Eindrücke über Island, aber auch die isländische Musik.

Nicht nur das: Während des Lesens der Kapitel gewinnt man sofort einen Einblick in die Musik, da ausgewählte Stücke per Audioplayer gespielt werden. Das verführt schon einmal zum langen Verweilen und Entspannen über mehrere Stunden. Weitere Exemplare schöner isländischer Musik findet man auch auf icelandmucic.is.

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