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Schwedens Geschichte ist geprägt von Schlachten und Kriegen

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Schwedens Bewohner hatten es nicht immer ganz einfach. Aber welches Land hat das schon? Wer sich für Schweden interessiert, dem sind nicht nur die jetzigen Gegebenheiten wichtig, es werden auch die vergangenen Vorkommnisse beleuchtet. Aus Geschichte formt sich ein Land zu seinem Charakter. Und Charakter hat Schweden allemal – das bezweifelt auch niemand. Schwedens Geschichte hat seinem Land sehr viele Höhen und Tiefen verpasst, die es aber mit Bravour gemeistert hat.

Was hat Schweden besonders geprägt?

Kämpfe und Schlachten gehörten in Schweden zur Tagesordnung. Denn die bekannte Neutralitätspolitik folgte erst später. Besonders die Wikinger, die einen außerordentlichen Part in Schwedens Geschichte gespielt haben, galten als Herrscher der Meeres- und Küstenregionen.

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Schweden bestand vor seiner Besiedlung durch die Menschen aus purem Eis

 

Bevor Schweden besiedelt werden konnte, war das gesamte Land mit einer dicken Eisschicht bedeckt. Nur sehr langsam zog sich das Inlandeis zurück. Etwa um 12.000 v. Chr. besiedelten die ersten Menschen die älteste Siedlung Malmö in Südschweden. Um 8.000 bis 6.000 v. Chr. folgten nach und nach einzelne Stämme und besiedelten das Land, die sich, in erster Linie durch die Jagd und den Fischfang ernährten. Um 500 vor Christus entdecken die Schweden den Ackerbau als eine weitere Möglichkeit zur Erwirtschaftung.

In der Wikingerzeit, die etwa von 800 bis 1.050 andauerte, stellte Schweden ein zentraler Ausgangspunkt für die Wikingerzüge dar, die vor allem von dort ausgehend nach Osten führten. Raubzüge, Handelsexpeditionen entlang der Ostseeküsten und Flüsse reichten bis nach Russland hinein. Auf ihren Streifzügen gründeten sie Handelsstationen und kurzlebige Reiche, die von Ruriks in Nowgorod und weiter zum schwarzen als auch Kaspischen Meer reichten.

Mit Eintreffen des Mönchs Ansgar im 9. Jahrhundert jedoch folgte das Ende des Heidentums und das Christentum fand im 11. Jahrhundert Einkehr. Trotzdem blieb die Heidenlehre noch weit in das 12. Jahrhundert mit Bestandteil Schwedens. 1164 erhielt das Land seinen ersten Erzbischof, sodass das Heidentum immer mehr in Vergessenheit geriet.

Geschlechterkampf leutet Beginn der Königsmacht ein

Mitte des 12. Jahrhunderts hörte die Selbstständigkeit der Landschaften allmählich auf, als der Kampf um die weltliche Macht zwischen den Geschlechtern Sverkers und Eriks entbrannte und zwischen 1160 und 1250 andauerte. Doch wurde der königlichen Macht damals noch nicht soviel Einfluss zugesprochen, da die Verwaltungsmacht dem Thing obliegte. Mitte des 13. Jahrhunderts erst, gewann die königliche Macht mehr an Bedeutung. Es folgte der Bau königlicher Burgen und die Einführung der Provinzialverwaltung.

Magnus Ladulås (1275-90) bekräftigte in 1280 ein Dekret, welches zur Entstehung des weltlichen Adelsstandes führte. Die Gesellschaft wurde dem feudalen Muster unterzogen. In der Richtung: „alles für mich, der Rest für euch“

Ein Rat von Vertretern der Aristokratie und der Kirche fungierte dem König als Berater. Von Magnus Eriksson (1319-64) wurden die Landschaftsgesetze in 1350 durch ein Landesgesetz ersetzt.
Im 14. Jahrhundert erreichte die Hansezeit Schweden. Ein Handel mit deutschen Städten begann, der bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts andauerte. Die Landwirtschaft galt aber immer noch als zentrale Grundlage zur Aufrechterhaltung des existenziellen Lebens. Diese entwickelte sich zur Dreifelderwirtschaft und bessere Arbeitsgeräte fanden ihre Anwendung.

Die Pest kostete vielen Schweden ihr Leben

Um 1350 begann eine sehr schwere Zeit für Schweden: Die Pest suchte das Land heim und kostete vielen Menschen das Leben. Die dadurch folgende wirtschaftliche Depression dauerte sehr lange an und fand erst in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts sein Ende. Eisenhütten in Mittelschweden wurden dann zum Schwerpunkt in der schwedischen Wirtschaft.

1397 erwirkte Königin Margarete die Kalmarer Union, bei der Schweden, Norwegen und Dänemark nur von einer Königsmacht geführt wurden. Doch empfanden dies die Bauern und Bürger keinesfalls als Segen.

Ein Aufstand folgt dem Nächsten

Besonders gezeichnet wurde Schweden in 1520 bei einem Blutbad, bei dem der dänische Unionskönig Christian II. über 80 der führenden Aufständischen hinrichten ließ. Das wiederum führte zu einem erneuten Aufstand, der die Absetzung des Königs herbeiführte und den schwedischen Adeligen Gustav Wasa in 1523 zum neuen König machte.

Daher rührt auch der Name der Wasazeit: Gustav Wasa legte den Grundstein für den schwedischen Nationalstaat. Folglich wurde die Kirche nationalisiert, deren Güter verstaatlicht und der Protestantismus eingeführt. Für die Organisation der Verwaltung nahm sich Schweden Deutschland zum Vorbild, demnach dem König die komplette Macht zugesprochen wurde. In 1544 setzte sich schließlich die Erblichkeit der Königsmacht durch.

Der Hochadel will es noch einmal wissen

Fortan versuchte der Hochadel, immer wieder, die Macht des Reichsrates zu stärken und wiederherzustellen. Erst nach dem Tod von Gustav II. Adolf gelang es durch die Schlacht bei Lützen, welche sich 1632 ereignete, in 1624 eine neue Regierungsform zu erwirken. Die Macht wurde hier den zentralen Verwaltungsbehörden übertragen. König Karl XI. schließlich verdonnerte den Hochadel zu einer Reduktion Ihrer Güter, was diese zum Beamtenadel degradierte und sie dazu zwang, in allen Belangen, dem König zu unterstehen.

Seit dem Bruch mit der Union mit Dänemark und Norwegen, versuchte Schweden die Vorherrschaft im Ostseeraum zu erreichen. Es folgten im 16. Jahrhundert weitere Kriege mit Dänemark. In zwei darauffolgenden Kriegen, die sich zwischen 1643-45 und 1657-1658 zutrugen, wurde Dänemark besiegt. Daraus resultierte, dass Skåne, Halland, Blekringe und die Insel Gotland den Schweden zugesprochen wurden. Dänemark musste davon Abschied nehmen. Von Norwegen erlangte Schweden Bohuslän, Jämtland und Härjedalen.

Zu damaligen Zeiten zählte Finnland zu Schweden. Zusammen mit den Provinzen im Baltikum und in Norddeutschland zählte es, nach dem Westfälischen Frieden von 1648 und dem Frieden mit Dänemark in Roskilde 1658, zur führenden Großmacht in Europa. Doch fehlte es Schweden an der Wirtschaftskraft, sodass es nur für kurze Zeit diese Stellung innehatte.

Als Ergebnis des norischen Krieges gegen Dänemark, Polen und Russland, welcher 1700 – 1721 stattfand, verlor Schweden einen Großteil seiner Provinzen und reduzierte sich fast auf das Schweden, dass wir heute kennen. Finnland zählte zum damaligen Zeitpunkt, nach wie vor, zu Schweden.

Schweden verliert Finnland

Durch die Napoleonischen Kriege verlor Schweden Finnland schließlich an Russland und musste die letzten Provinzen in Norddeutschland (Vorpommern mit Rügen) abgeben. Doch gewann Schweden in 1810 durch den gewählten Thronfolger und späteren König Karl XIV. Johann Norwegen für sich zu gewinnen. In 1814 erfolgte ein erzwungener Zusammenschluss der beiden Länder zu einer Union. Diese Union hielt bis ins Jahr 1905 an, nachdem dieser Zusammenschluss wieder aufgelöst wurde. Durch die Entstehung der Union mit Schweden war das Land des Kämpfens müde geworden und hat seitdem nicht mehr an einer militärischen Auseinandersetzung teilgenommen – was sicherlich die Bürger von Schweden willkommen hießen.

Seit Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts war die Bevölkerungszahl rapide angewachsen. Nach wie vor lebte ein Großteil noch auf dem Land, doch folgten „dem Ruf der Ferne“ Mitte des 19. Jahrhunderts viele Auswanderer, was in einer wahren Welle resultierte. Erst gegen 1900 kam diese Welle wieder zur Ruhe. Als die Industrialisierung einsetzte, wurden Fabriken und Sägewerke gebaut. Die holzverarbeitende Industrie bildet einen Schwerpunkt der schwedischen Wirtschaft. Schweden war nicht mehr länger nur Agrarstaat, sondern verwandelte sich zur Industrienation.

Wahlrecht für alle

Die Schweden zog es vom Land immer mehr in die Stadt. Die sozialdemokratische Partei wurde gegründet und das Wahlrecht für Männer eingeführt. Doch galt dies nur Männer, die eine gewisse Höhe der geleisteten Steuerabgaben leisteten. 1917 bildete sich eine sozialliberale Koalition, die umfangreiche Reformen nach sich zog. Das allgemeine Wahlrecht und auch das der Frauen wurde schließlich eingeführt.

Durch die überaus schnelle Veränderung Schwedens folgte in 1930 die Weltwirtschaftskrise, die auch Schweden heimsuchte. In 1932 wurde Per Albin Hansson zum Ministerpräsidenten gewählt, der Schweden mit seiner Idee berauschte, dass jeder Schwede so leben könne, wie er gerne möchte – unabhängig davon, welchen sozialen Stand er pflegte oder welche Leistung er erbrachte, ohne dabei von materiellen Sorgen geplagt zu werden. Das „schwedische Modell“ fand in den Wahlen 1940 großen Anklang, was zu einer Mehrheit bei den Wahlen führte.

Dies soweit zur Geschichte Schwedens, was ich eher als Schnelldurchlauf bezeichnen will. Vereinzelte Ereignisse der Geschichte werde ich aber noch zu einem späteren Zeitpunkt genauer beleuchten. Also seid gespannt 😉

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