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Der Captain unter den Leuchttürmen

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Bei dem Namen „Hook“ denken wir zunächst an Captain Hook, der Peter Pan das Leben schwer machte und nicht aufhörte zu kämpfen. Aber dieses Mal handelt es sich nicht um den Film über die Macht der Piraten und einer kleinen Elfe im Neverland, sondern um Hook Lighthouse, das ist der Älteste und noch funktionale Leuchtturm, den es auf der Welt gibt, beheimatet im irländischen Waterford.

Hook Lighthouse in Irland

Hook Lighthouse in Irland © matthi – Fotolia.com

Er wird auch als der Großvater der Leuchttürme bezeichnet und stammt aus dem 13. Jahrhundert. Im Gegensatz zu vielen anderen alten Leuchttürmen hat Lighthouse die Präsenz besonders darin, dass er noch heute genutzt wird. Somit ist er so etwas wie eines der Wahrzeichen der Iren, bekannt bis nach Schweden.

Hintergrundgeschichte

Erbaut wurde der Leuchtturm von William Marshal, dem Earl von Pembroke in normannischer Bauweise. Der Earl hatte zu damaliger Zeit die Herrschaft von Leinster inne und brachte seine Schiffe sicher nach Waterford, eine Stadt, die schon damals wichtig für den irischen Handel war. Damit der Handel auf den Binnengewässern erhalten bleiben konnte und auch durch Fluten nicht allzu viel zerstört werden konnte, wurde zugleich ein Turm von 30 Metern Höhe mit 115 Stufen errichtet, der auf der Spitze des Landes erbaut wurde und zugleich als Orientierungssignal diente. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn es ist letztlich genau das, wozu Leuchttürme da sind.

Der Marshall war auch für den Bau vieler weiterer Gebäude verantwortlich, unter anderem Ferns Castle, Kilkenny Castle und St. Marys Church. Die meisten hatten runde Türme, wie es in Frankreich oft üblich war und in denen der Marshall auch lebte.

Bauweise

Gebaut aus üblichem Kalkstein ist das Prachtstück exakt 36 Meter hoch und früher, im 18. Jahrhundert, lebten sogar die Wärter, die zur Arbeit zugeteilt waren, direkt im Leuchtturm. Im unteren Bereich des Turmes findet sich eine Holzebene, die als Wohnraum diente – kein Luxusleben, dennoch spannende Arbeit und ein gemütliches Zusammensein war den Arbeitern hier zugetan.

Ganz zu Beginn allerdings war der Turm durch Mönche bewohnt, die dem Kloster Rinn Dubhan ganz in der Nähe angehörten. Die Überreste der Kapelle dieses Klosters sind heute noch zu besichtigen. Nun wurde der Turm mit einfachen Leuchtfeuern betrieben, um seinem Nutzen nachzukommen bis 1671 eine neue, mit Kohle betriebene Lampe direkt installiert wurde, die etwas über 100 Jahre später, 1791 durch eine Wal-Öl-Laterne ersetzt wurde, die 12 Lampen brennen lassen konnte.

Im Jahr 1810 war der Turm längst nicht mehr bewohnt und wurde saniert, 1863 wurde er komplett umgebaut zu der Form, in welcher er noch heute direkt vorzufinden ist. Im Jahr 1871 hat man auf Gasbefeuerung umgestellt. Aber das war der Änderungen nicht genug: Um 1911 wurde Paraffin genutzt und ein direktes Uhrwerk installiert, das die Leuchtfeuer mit einem Blinklicht und 3 riesigen Linsen im 25-minütigen Rhythmus in Gang hält. Das war so lange präsent, bis endgültig das

Elektronische Zeitalter an Luxus

… gewann und 1972 der elektrische Lichtsensor eingerichtet wurde – so wie er uns heute von allen Leuchttürmen bekannt ist und Schiffen den Weg weist. Der älteste Leuchtturm der Welt hat also nicht nur einen interessanten Namen, sondern Hook Lighthouse hatte auch noch mehr zu bieten als andere Leuchttürme.

Besonderheiten

Für die Seefahrer wurden Nebelsignale herausgegeben, was gerade in der Zeit von Funkaufkommen funktionell war. Anfangs wurden Glocken, später Kanonen für den Nebel genutzt und alle 10 Minuten wurde eine abgefeuert. Der malerischen Gegend, in der der Leuchtturm zu finden ist, gab das nur einen geheimnisvollen Schliff. Später allerdings wurden die alten Signale durch Sirenen ausgetauscht, die aber von Sprengkapseln und Raketen ausgelöst wurden.

Besonders erwähnenswert ist das Nebelhorn, das zum ersten Mal im Januar 2011 gehört wurde, aber bereits seit 1972, zu Beginn der elektronischen Inbetriebnahme, zugegen ist. Moderne Schiffe benötigen das heute auch nicht mehr. 1996 wurde der Turm dann komplett automatisiert und die letzten Wärter entlassen, die nun die 115 Stufen nicht mehr erklimmen mussten.

Vom Depot des Turmes in Dublin, der Hauptstadt Irlands, wird heute alles gesteuert und überwacht. Das elektronische Zeitalter hat alles im Griff und den Turm auf eine gewisse Art und Weise vereinsamen lassen und menschenfremd gemacht, denn die Wärter arbeiten hier nicht mehr. Dennoch ist er in Betrieb und erfüllt seinen Nutzen in Gänze.

Ausstellung, Besucherzentrum, Kunststück

Im kleinen damaligen Haus der Leuchtturmwärter ist heute ein kleines Café für Besucher untergebracht, in dem sich auch eine Kunstausstellung findet und ein Souvenier-Shop für begeisterte Leuchtturmliebhaber und erst recht für Lighthouse, was auf Deutsch übersetzt LICHTHAUS bedeutet – also die Funktion eines Leuchtturms.

Selbstverständlich gibt es auch Touren über die 115 Stufen bis zur Aussichtsplattform für einen genialen Ausblick über Irland und die Halbinsel Hook und dessen Bucht, von der der Turm seinen Namen hat. In die Bucht mündet übrigens der irische Fluss Suir. Auf jeden Fall sollten Sie bei der Besichtigung die Kamera nicht vergessen, um die einzigartigen Klippen um Hook Lighthouse festzuhalten.

Silouette auf See

Silouette auf See © pergo70 – Fotolia.com

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