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Halloween ist kein amerikanischer Feiertag, sondern ein Irischer!

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Hätten Sie das gewusst? Halloween ist mittlerweile jeden bekannt und großartige Erklärungen, worin es zu Halloween geht, sind nicht notwendig. Von vielen Menschen wird angenommen, dass es sich bei Halloween oder All Hallows Eve, um einen amerikanischen Feiertag handelt. Aber weit gefehlt: Halloween hat seine keltischen Ursprünge in Irland.

Kürbise im Dunkeln

© Bea K. / pixelio.de

Woran denken Sie bei Halloween? Bestimmt denken Sie dann an die ausgehöhlten Kürbisleuchten und Kostümpartys mit gruselhaftem Motto. Aber auch verkleidete Kinder, die von Haus zu Haus gehen und um Süßigkeiten bitten, kommt Ihnen dann sicherlich in den Sinn. Weit verbreitet sind diese Traditionen in den USA, doch was viele nicht wissen, ist, dass es ursprünglich die Iren waren, die diese Tradition überhaupt in die Vereinigten Staaten gebracht haben. Inzwischen wird auch hierzulande vermehrt Halloween gefeiert.

Von Samhain zu Halloween – damit wird das Ende des Sommers eingeleitet

Von den irischen Ureinwohnern, den Kelten, wurde ursprünglich mit Samhain, das Ende des Sommers eingeleitet. Anfangs wurde dieses Fest noch in der Nacht des elften Vollmondes begangen, später wurde das Datum aber auf den 31. Oktober gelegt. Samhain wurde im irischen Mittelalter sogar ganze drei Tage gefeiert. Die irischen Hochkönige feierten Halloween in Tara, deren heiligen Sitz in Irland. Auf dem Hügel in Tara wurde ein phänomenales Feuer entzündet, dass andere Regionen Irlands als Signal sahen und die Entzündung eines Lagerfeuers nach dem anderen folgte, bis das ganze Land von diesen Feuern erleuchtet wurde.

So etwas Ähnliches sieht man im Film „Herr der Ringe“, als Gandalf, mithilfe von Pippin dafür sorgt, dass das Signalfeuer von Gondor in Minas Tirith entzündet wird und Rohan daraufhin Gondor zur Hilfe eilt.

Mit diesen Lagerfeuern wird das Ende des Sommers eingeleitet, was gleichzeitig das Ende der Erntezeit bedeutet. Zu diesem Zeitpunkt wurde stets die Ernte eingesammelt, das Vieh wurde einer Zählung unterzogen und auch Schlachtungen wurden durchgeführt.

Weiter ist Samhain, wie es die Kelten nennen, ein Fest der Toten. Vom keltischen Glauben her heißt es, dass genau in dieser Nacht die Spaltung zwischen dem Diesseits und dem Jenseits offen steht und Geister die Lebenden besuchen, um ihnen etwas Böses oder einen Schaden anzutun. Ebenso galt diese Nacht als besonders kraftvoll, um hellseherisch in die Zukunft zu blicken.

Die Tage nach Halloween – am 1. und 2. November werden die Heiligen und Toten geehrt

Am 1. November, direkt am nächsten Tag nach Halloween, also an Allerheiligen oder All Hallows Day werden die Heiligen geehrt. Dabei denken die Gläubigen nicht nur an die Heiligen, die tatsächlich heiliggesprochen wurden, sondern wird auch jener gedankt, von deren Heiligkeit nur Gott weiß. Am 2. November wiederum wird an die Toten gedacht. Mit Allerseelen oder All Souls Day erinnern wir uns an die Taten der Verstorbenen und beten für deren Seelenheil im Fegefeuer. (… zumindest, wer daran glaubt.)

Auch wenn der keltische Glaube nicht mehr ganz so präsent ist, wurde dieser irische Brauch auch weiterhin begangen. Selbst nach der Einführung des Christentums ließen es sich die Iren nicht nehmen, diesen keltischen Brauch zu feiern. Einer der Elemente zu Halloween ist das Totenreich, mit dem dieses Fest unweigerlich in Verbindung gebracht wird. Daher denkt man bei Halloween an Geister und schaurige Geschichten. Dieser Aspekt findet sehr gerne in den heutigen Halloween Partys Anwendung.

Wie kam der irische Brauch nach Amerika?

Irland kämpfte zwischen 1845 und 1852 mit den Auswirkungen der Kartoffelfäule. Eine der größten Auswirkungen beruhte auf die darauffolgende Hungersnot, die etwa 20 bis 25 % der Bevölkerung das Leben kostete, was umgerechnet um eine Million Menschen entsprach. Ein anderer Teil der irischen Bevölkerung wanderte aus.

Besonders betroffen war die Westküste Irlands – „The Great Famine“. In diesen Gebieten lebten die Iren hauptsächlich durch die Kartoffelernte. Aufgrund der Kartoffelfäule konnten die Iren aber nicht mehr ihren Lebensunterhalt bestreiten, geschweige denn ihre Familien ernähren. Die Kartoffeln konnten auf dem kargen Boden nicht mehr angebaut werden, sondern verrotteten elendig im Boden. Ganze Landstriche verödeten als Folge. Wer nicht verhungern wollte, wanderte deshalb aus.

Die Iren wählten die USA als Ihr Auswanderungsland und versuchten in verschiedenen Varianten weiterhin diesem Brauch treu zu bleiben. Weiter wurden die irischen Bräuche in zusätzlichen Traditionen ausgeweitet, die auch in vielen anderen Ländern mit gefeiert werden.

Traditionell Halloween feiern in Irland

Besonders an der Westküste Irland, wo die gälische Sprache noch weitestgehend verbreitet ist, versuchen die Iren auch noch heute diese irische Tradition am Leben zu erhalten. Es werden große Lagerfeuer entzündet. Immer noch glauben die Iren daran, dass die Feuer den Seelen der Verstorbenen den Weg zum Himmel weisen und böse Geister fernhalten.

Ein weiterer Aberglaube der Iren besteht darin, dass man eine Strähne des eigenen Haares ins Feuer wirft. Wer anschließend in dieser Nacht von seinem zukünftigen Partner träumt, wird schon bald seinen Traum erfüllt sehen.

Was wird zu Halloween gegessen?

Zu Halloween essen die Iren Calcannon. Dabei handelt es sich um einen Eintopf aus gekochten Kartoffeln, Kohl und Zwiebeln. Um dem Abergläubischen noch mehr Raum zu geben, werden Münzen, in Backpapier eingewickelt, in den Kartoffeln versteckt. Auf diese Weise können diese Münzen, Kindern beispielsweise, als Glücksbringer dienen.

Weiter wird auch der Barnbrack Cake, ein irischer Fruchtkuchen, zu Halloween gegessen. Auch hier wird gerne eine Münze, ein Ring oder auch ein Lumpenstreifen im Teig versteckt. Jeder der Anwesenden erhält dann ein Stück des Kuchens. Wer dann eines dieser Dinge in seinem Kuchenstück vorfindet, der kann entweder Geldsorgen oder Wohlstand, durch den Ring aber auch eine Romanze erwarten.

Was zudem noch gerne von den Iren „gespielt“ wird, ist „Snap Apple“, was ein sehr beliebtes Spiel nicht nur unter Iren darstellt. Die Äpfel werden dann entweder auf Fäden aufgehängt oder schwimmen in einem Wasserbottich. Ohne die Hände muss anschließend versucht werden, in einen Apfel hineinzubeißen. Wer es als Erstes fertigbringt, hat gewonnen!

Was spricht noch traditionell für Halloween?

Als ein gängiges Symbol hat sich der ausgehöhlte Kürbis mit einem lachenden Gesicht, gefestigt. Doch wurde nicht immer ein Kürbis verwendet. Die Iren verwendeten zu Beginn dieses Brauchs, eine für Irland typische Rübe. Erst nachdem die Iren in die USA auswanderten, wurde das Symbol für Halloween der Kürbis. Zu Halloween wird in diesem Zusammenhang gerne die Geschichte von Jack O’Lantern, dem Nachtwächter, erzählt.

„Trick or Treat“ – das ist uns sicherlich allen bekannt. Kinder gehen zu Halloween verkleidet von Tür zu Tür und bitten um eine Süßigkeit mit der Androhung, dass eine Gemeinheit folgt, wird der Bitte nicht Folge geleistet. Während in Amerika noch dieser verkürzte Ausdruck ausreicht, verwendeten die Iren früher Gedichte:

„Hallowe’en is coming and the goose is getting fat. Please to put a penny in the old man’s hat. If you haven’t got a penny, a ha’penny will do. If you haven’t got a ha’penny, God bless you and your old man, too.“

„Tonight, tonight is pooky night, if you don’t give us some money we’ll haunt you all night!“

(Pooky steht hier vielmehr für spooky und wurde im Zuge dieses Spruches verniedlicht.)

Das Verkleiden geht zurück zu den keltischen Traditionen. Zu Halloween wurde angenommen, dass böse Geister kommen werden und einem etwas antun wollen. Daher wurde die Verkleidung gewählt, um selbst als Geist oder Teufel durchzugehen und von den wahren Geistern nicht erkannt zu werden. Auf diese Weise wollten die Iren den Schandtaten der Geister entkommen.

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Ein Kommentar

  1. Genialer Beitrag das wußte ich nämlich nicht. Aber egal ob Irland oder USA, egal wo man einreist kann die medizinische Versorgung sehr teuer werden. Interessante Infos zum Thema habe ich hier gefunden.
    http://www.reiseruecktrittsversicherung.org/auslandskrankenversicherung/

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