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Die Wikinger besiedeln Island

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Nordmänner, Wikinger – viele Sagen reißen sich um sie. Im Osten und Süden Islands erzählt man von ihnen als Krieger und Plünderer. Im Westen des Landes spricht man von ihnen als Entdecker und Siedler. Den Wikingern gehörte der Nordatlantik. Als sie jedoch Island besiedelten, fanden sie ein Stückchen Heimat. Auch den Namen des Landes hat Island durch die Wikinger erhalten.

Die Wikinger werden mit Island verbunden, wie auch die Wikinger mit Island verbunden waren. Die Namensgebung erhielt Island einer Legende nach, die von einem Mann erzählt, der dort einen sehr harten und überaus extremen Winter verbrachte und schließlich der Insel aus Feuer und Eis den Namen „Island“ gab.

Auch wenn Island damals noch den Eindruck erweckte, hart und unwirklich erschien und mit den Gletschern und Vulkanen ein eher erschreckendes Bild zeichnete, so hatten die Wikinger bereits die Schöheit dieses Landes erkannt. Ursprünglicherweise hätte dieses gemalte „Schreckensbild“ es den Wikinger schwer machen sollen, Island zu besiedeln. Doch den Wikingern war dies gleich. Die Härte und Kälte wurde von den Nordmännern sogar noch begrüßt, Nichts konnte sie daran hindern, denn die Wikinger hatten ihre neue Heimat gefunden.

Vorwiegend Wikingern aus Britannien und Norwegen hatte es diese Eisinsel angetan. Island symbolisierte für sie die Schönheit des Todes, was einem übernatürlichen Land der Götter gleichkam.

Auch wenn man die Wikinger in erster Linie als kriegerische Seefahrer kennt, so waren diese in erster Linie auch Bauern. Island ermöglichte es durch das unendlich überschüssige Land, fruchtbare Böden zu bewirtschaften, die sie nach den Regeln der „Landnahme“ unter den Wikingern verteilten. So viel Land, wie ein Mann an einem Tag umrunden konnte, wurde zum Besitz eines einzelnen Wikingers.

Wikinger faszinieren, viele Geschichten und Legenden werden von ihnen erzählt. Auch während ihrer Lebenszeit erzählten die Wikinger – übergehend mündlich – in Gedichten. Ihre Traditionen und Geschichten spiegeln sich in der überlieferten Literatur der Wikinger. Auch kennzeichnen sich die Wikinger durch ihre eigene Schrift, den Runen, die jedoch mit Einführung des Christentums zu ihrem Ende kam. Bedingt findet aber auch heute noch die Runenschrift in der Mythologie ihre Anwendung.

Nach nunmehr 200 Jahren, nach der Besiedelung Islands, begannen die Menschen die Geschichten und Erzählungen niederzuschreiben. Dazu gehören auch die isländischen Sagen, die eine Mischung aus Erzählungen, Geschichten, Mythen, Gedichten und religiösen Legenden beinhalten. Diese geben uns einen kleinen Einblick darüber, wie die Wikinger zu Ihrer Zeit lebten, und sind das wichtigste Erbe der Wikinger. Dabei handelt es sich um die bedeutendsten Dokumente des Mittelalters und sind gleichzeitig die umfangreichsten Erzählungen, die über Island zu finden sind. Manche sehen sie als historische Familiengeschichten, andere wiederum sehen sie als Heldenerzählungen.

Eine der Sagen berichtet über die Entstehung des „Thing“, welches für rechtliche Streitfälle als eine Art Schlichtungsgericht verstanden werden kann. Verschiedene Wikingeranführer unterschiedlicher Clans trafen sich bei einer Wikingerversammlung und versuchten untereinander zu einer einheitlichen Lösung zu finden. Zu damaliger Zeit wurde das Thing mit 36 Stammesführern einberufen. Die erste gesetzgebende Versammlung wurde in Thingvellir begründet. Übersetzt bedeutet „Thingvellir“ soviel wie Bereich der Volksversammlung.

Die traditionelle und gesetzgebende Volksversammlung, die „Althing“ genannt wurde, fand, zu Beginn, mindestens einmal im Jahr statt und dauerte zwei Wochen an. Jeden Sommer trafen sich die Gesetzessprecher, um die bestehenden Gesetze in Erinnerung zu rufen und neue Regelungen hinzuzufügen. Als längste, wirkende Gesetzesversammlung der Welt bestand das Althing bis 1798.

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Ein Kommentar

  1. Man könnte auch sagen das Thing der Wikinger ist der vorreiter gewesen für heutige Demokratien. Und das vor so langer Zeit. Toller Artikel! 🙂

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