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Der Graue Wolf unter den Schiffen

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Es ist wohl immer etwas Besonderes wenn ein Schiffswrack gefunden wird, seit am 12 April 1912 mitten im Atlantik die Titanic auf ihrer Jungfernfahrt gesunken ist. Und auch durch ihren Fund wurden Millionen in den Medien produziert und ein großes Publikum war gereift. Diese Begeisterung kommt jetzt auch einem Fund in der schwedischen Hauptstadt zugute über den seit Mitte März 2013 berichtet wird.

Das Superschlachtschiff

Der neueste historische Fund in Schweden wurde Dank des zu niedrigen Wasserspiegels entdeckt. Es handelt sich dabei um das 1862 versunkene Schiff Grå Ulven, auch GRAUER WOLF genannt.

Zur Entdeckung kam es aufgrund des niedrigen Wasserspiegels des Mälarsees, der die Reste der Kriegsflotte zutage beförderte, die vor etlichen Jahren vor Stockholm versenkt wurde. Sie wird als Beutestück aus dem schwedisch-dänischen Krieg identifiziert.
Die Reste des Schiffes wurden von den Archäologen Jim Hansson und Goran Ekberg entdeckt, als sie bei einem Spaziergang unterwegs waren und schon wurde der historische Fund in Worten mit Bildern garniert und jeder Tageszeitung präsentiert.

Der Mälarsee

…ist das drittgrößte Binnengewässer im ganzen Land und mitten in Stockholms Innenstadt findet sich der Ausfluss des Mälaren in Richtung Ostsee. Genau an dieser Stelle kam das Schiffswrack Grå Ulven zum Vorschein, was auf Deutsch übersetzt „der Graue Wolf“ bedeutet.

Der historische Fund

…..diente vor vielen Jahrhunderten als Tragstück einer Brücke, die zum Vorschein kam, wenn der Wasserstand sehr niedrig war. Allerdings natürlich nicht an der Stelle, wo es gefunden wurde, denn dann wäre das Schiffswrack vermutlich bereits viel früher gesehen worden. Historiker der Marine vermuten, das Grå Ulven 1659 bei Kämpfen mit den Dänen gekentert war und vor Kastellholmen, einer Inselgruppe vor Stockholm, versenkt wurde. Der Krieg zwischen den Dänen und Schweden dauerte von 1655 bis 1661 und weite Teile von Norwegen wurden, während dieser Zeit, Dänemark direkt abgenommen. Natürlich gab es große Stürme und Seegefechte und sogar Österreich, die Niederlande und Deutschland waren in diesen multikulturellen Krieg, wie man ihn nennen könnte, verwickelt.

Der graue Wolf ist nicht der einzige historische Fund in Schweden

Archäologen haben schon im Jahr 2005 bei Bauarbeiten für einen S-Bahn-Tunnel ein Lastschiff entdeckt, das 600 Jahre alt war und 1956 wurde sogar ein Flagschiff gesehen, das zur Flotte von Gustav Adolf gehörte, der einstig die schwedische Macht innehatte. 1628 sank sogar die Vasa auf der Jungfernfahrt, noch im Hafenbecken direkt in Stockholm gelegen. Allerdings wurde auch sie erspäht, 1961 aus dem Wasser hervorgebracht und dient natürlich als Fundstück und Wahrzeichen des Vasa-Museums in Stockholm.

Was die Grå Ulven betrifft, muss das Wrack erst noch entsprechend restauriert und festgestellt werden, was davon als Museumsstück gelten kann und ob überhaupt. Im derzeitigen Zustand lässt sich das noch nicht feststellen, sondern nur spekulieren. Es sollen aber Holzproben entnommen werden und danach wird entschieden, was vom Schiff noch restauriert werden kann, um es als Museumsstück der Menschheit vorstellen zu können.

Mit seinen 30 Metern Länge wurde das Schiff in den 20er Jahren allerdings schon mal der Oberfläche bekannt – allerdings im wahrsten Wortsinn, denn es geriet wieder in Vergessenheit. In der heutigen Zeit sind die Menschen aber so kulturinteressiert, dass der Fund des Wassers gleich so großes Aufsehen in Schweden erregte wie Nessi, das Ungeheuer von Lochness, das seine Heimat in einem See in Schottland hat. Nessi soll 20 Meter lang sein und zusammen mit dem Yeti eines der bekanntesten unerforschten Tiere der Welt sein.

Wölfen sagt man Böses und Gutes nach. Sie haben etwas Geheimnisvolles. So wird es wohl auch mit der Grå Ulven gewesen sein, dem „grauen Wolf“, der wiederentdeckt wurde und jahrelang unter der Oberfläche des Wassers verweilte, bis sein besonderer Moment für Beachtung aus dem „Me(h)er“ gekommen war.

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